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Waldpark LousbergDer GartenAuf dem Lousberg entstand ab 1807 eine der ersten von Bürgern – und nicht von Fürsten – initiierten öffentlichen Parkanlagen Europas in ungewöhnlicher Lage: Hoch über dem Dreiländereck bietet der Park heute einen weiten Rundblick auf die Stadt Aachen, die ersten Anhöhen der Eifel und die grenznahen Regionen der Niederlande und Belgien. Geologisch ist der Lousberg eine ungewöhnliche Erscheinung: Es handelt sich um einen Sandberg mit steilen Hängen, der auf dem Bergrücken eine circa fünf Meter mächtige Kalkschicht besitzt, die ihn bis heute vor schneller Erosion bewahrt hat.
Die ersten Pläne, auf dem Lousberg einen Park mit Belvedere zu errichten, reichen in die Zeit der französischen Herrschaft zwischen 1794 und 1814 zurück. Aachen sollte als alte Kaiserstadt und als Hauptstadt des Roer-Departements gebührend ausgebaut werden. Unter Napoleon I. begann eine städtebauliche Umgestaltung, wobei das erste größere Gartenbauprojekt in der Anlage von Promenaden auf den äußeren Stadtwällen bestand. Dazu wurde der Düsseldorfer Gartenbaudirektor Maximilian Friedrich Weyhe herangezogen. Er bezog in seine Planungen bereits früh die Außenbereiche und so auch den Lousberg mit ein. 1807 begann man mit der Umgestaltung des Lousbergs. Ziel war es, die weitgehend unbewaldeten, sandigen Ödflächen in einen Waldpark zu verwandeln. Mit viel Aufwand wurden zunächst als Pioniergehölze Nadelbäume, insbesondere Kiefern gepflanzt, an der feuchteren Nordostseite auch Buchen. Im Laufe der Zeit setzte man eine große Artenpalette einheimischer Laubgehölze. Am südöstlichen Abhang des Berges wurde mit der Unterstützung wohlhabender Bürger, der Verschönerungskommission und der Stadt, das Belvedere, ein Gesellschaftshaus mit Aussichtsterrasse, errichtet.
Als weiteres Bauwerk aus dieser Zeit ist der Tranchot-Obelisk zu nennen, errichtet zu Ehren von Jean Joseph Tranchot, der die erste exakte Vermessung der Region durchführte. Der Obelisk steht auf einem der Tranchot’schen Vermessungspunkte. Nachdem die Preußen im Rheinland die Herrschaft übernommen hatten, wurde das Vorhaben, auf dem Lousberg einen Stadtpark anzulegen, weiterverfolgt. Auch diesmal übertrug man die gestalterische Planung M.F. Weyhe. Dieser entwarf einen Gartenplan, der aufgrund seiner Wegeführung und Aussichtspunkt-Gestaltung, den Besuchern eine regelrechte "Choreographie" bot. Weyhes Ziel war es, bei den Besuchern des Waldparks eine Spannung aufzubauen, deren Höhepunkt und Auflösung in dem Gesamtüberblick auf der Berghöhe erreicht wurde. Immer wieder gaben Sichtachsen Blicke auf die verschiedenen Parkarchitekturen frei, wobei die meisten dieser Achsen sich im Bereich eines Monopteros befanden, eines Rundtempels auf einem kleinen künstlichen Hügel auf dem Hochplateau des Berges. Er war bereits zur französischen Zeit von Jean Baptist Simar geplant worden. Nach der Vorstellung Weyhes sollte er den Besuchern als Ruhe- und Aussichtspunkt dienen. Das Bauwerk wurde 1815/16 errichtet und erfüllte seinen Zweck bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Heute befindet sich an seinem Standort ein Wasserturm.
Das Belvedere, lange Zeit beliebter Ausflugs- und Treffpunkt der Aachener Bade- und Kurgäste sowie der gehobenen Bürgerschicht, überstand wie der Monopteros nicht den Zweiten Weltkrieg. Heute erinnern nur noch einige Säulen an das Bauwerk. 1882 bis 1907 wurde der benachbarte kleine Salvatorberg mit der Salvatorkapelle mit in den Park einbezogen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert unterstand der Lousberg kurze Zeit der Forstverwaltung, die offenbar den Wald in eine „geordnete“ Nutzung überführen wollte und Fällaktionen durchführte. Klagen der Bürger führten schließlich dazu, dass die Stadtgartenverwaltung den Bereich wieder unter ihre Obhut nahm. Um die gleiche Zeit wurde der untere südwestliche Teil des Berges erschlossen und als begehrtes Bauland an das Aachener Großbürgertum verkauft. Im Park selbst errichtete man 1907 ein weiteres Gebäude, den so genannten Kersten’schen Pavillon. Es handelt sich um ein Werk des Baumeisters Johann Joseph Couven, das 1740 am Annuntiatenbach für den Färbermeister Nicolaus Mantels errichtet worden war. Das historisch wertvolle Objekt wurde durch die Stadt Aachen vor der Zerstörung bewahrt, indem man es auf dem Lousberg in Höhe des Belvedere neu aufbaute. Heute dient der Pavillon als Wohnhaus. Mit dem Bau des Wasserturms und eines darin befindlichen „Drehrestaurants“ Ende der 1960er Jahre wurde eine Straße auf das Hochplateau geführt und der Berg autogerecht erschlossen. Doch nach wie vor schlängeln sich auch schöne Fußwege die Hänge hinauf. Zum Jubiläum im Jahr 2007 ist eine grundlegende Restaurierung der historisch so bedeutenden Parkanlage geplant.
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