Huys de Dohm


Der Garten

Der Garten ist ab 2010 aus persönlichen Gründen leider geschlossen. Für Gruppen ist in Einzelfällen eine Besichtigung nach Absprache möglich. 

In den von Ineke Greve gestalteten Gärten von Huys de Dohm ist der Einfluss englischer Gartenarchitektinnen wie Gertrude Jekyll (1843 - 1932) und Vita Sackville-West (1892 – 1962) deutlich erkennbar. Geschnittene Hecken, Spalierbäume und Rasen bilden die architektonische Struktur der 14 verschiedenen Themengärten, die nach und nach zwischen 1980 und 2004 entstanden. Der Garten besteht aus verschiedenen Gartenzimmern, die über Formschnitt, einfarbige Rabatten und dekorative ländliche Gartenelemente, beispielsweise eine Blumenwiese und einen Gemüsegarten, gestaltet wurden. Zunächst entstand der Innenhof mit den Taxusskulpturen und einem Lindenkarree zwischen dem Haus, den Ställen und dem Kutschhaus.

Huys de Dohm

Wie der Garten von Vita Sackville-West hat Huys de Dohm ebenfalls einen weißen Garten, der abends bei Mondlicht eine besondere Atmosphäre verbreitet. Der aus der Anfangszeit der Gartenanlage datierende weiße Garten wurde im Oktober 2003 neu gestaltet. Das Farbschema des weißen Gartens blieb jedoch erhalten. Der Cottage Garden mit seiner Doppelrabatte in „purpur und rosa“ wurde 2004 angepasst. Die Neugestaltung „im klassischen Stil' passt zum Schlösschen aus dem Jahr 1647 und wird nun „long border“ genannt. Darüber hinaus gibt es einen stillen Garten, einen Rosengarten und eine mit Zwiebelgewächsen bepflanzte Frühlingsallee.

Huys de Dohm

Nach 1985 wurde der Garten mit einem blau-gelben Teichgarten, einem Saat- und Pflückgarten, einer Wildblumenwiese mit einer wellenförmigen Hecke, einem Waldgarten mit einem Bachlauf zum Krötenteich und hübschen Bodendeckern, einem Arbeitsgarten mit Gewächshaus und einem Bodendeckergarten mit Strauchpäonien (Pfingstrosen) erweitert. Trotz der zahlreichen Fragmente unterschiedlicher Stile ist jeder Gartenbereich eine harmonische Komposition, in der die Kombinationen aus Blüten- und Blattpflanzen in den monochromen Rabatten und im ‚Flammengarten’ ein hohes Maß an Kreativität verraten. Auch die Wildblumenwiese mit ihren oft winzigen botanischen Sorten, deren Pflegeaufwand von Nichtkennern oftmals unterschätzt wird, zeugt von großem gärtnerischem Wissen und verfeinertem Geschmack. Die wellenförmige Buchenhecke entzieht die Wiese den Blicken, wodurch sie sich im verblühten Zustand nicht störend auf die restliche Komposition auswirkt und der Blick auf den Glockenturm erhalten bleibt.

Die Gärten von Huys de Dohm sind ein Musterbeispiel des ‚neuen Gärtnerns’, wie es seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Niederlanden betrieben wird. Oft sind es Frauen oder Ehepaare, die als Autodidakten auf dem ehemaligen Anwesen eines nicht mehr bewirtschafteten historischen Bauernhofes oder in ihrem eigenen Villengarten mit dem Gärtnern begannen.

Huys de Dohm

Im Laufe der Jahre entwickelten sie ein hohes Maß künstlerischer Ausdrucksfähigkeit und wurden zum Vorbild für andere Gartenbesitzer. Das ‚neue Gärtnern’ hat seinen Ursprung im englischen Cottagestil des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Nachdem in den siebziger Jahren zweckorientierte, pflegeleichte Gärten oder ökologische Gärten, in denen man der Natur möglichst freien Lauf ließ, propagiert worden waren, setzte in den Niederlanden ein Umdenken ein. Die aktive Gestaltung der Natur war nicht länger tabu; ein arbeitsintensiver Garten nicht mehr verpönt. Nachdem erst die Gebäude restauriert bzw. renoviert worden waren, widmete man sich dem Außenbereich.

Huys de Dohm

Zu Beginn der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war das Pflanzenangebot für interessierte Gärtner erheblich geringer als heute. Außergewöhnliche Stauden und duftende Rosen waren oftmals nur in England erhältlich. Dort ließen sich viele Pioniere des ‚neuen Gärtnerns’ inspirieren. Nach dem Vorbild der englischen Gärten wurden nun auch Privatgärten in den Niederlanden immer häufiger der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bemerkenswert ist, wie der Cottagestil in den Niederlanden individuell weiterentwickelt wurde. In England wird dies oft als ‚Dutch Gardening’ angedeutet.