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Friedestrom-ParkDer Garten
Der 2011 eröffnete Friedestrom-Park rund um das Kreismuseum Zons stellt durch die bewusste Auswahl von Stauden, Gehölzen und Bäumen zahlreiche Bezüge zu den Sammlungen des Museums her:
„Das Museum ist eingebettet in eine neu gestaltete Parkanlage, deren Vegetation mit den Sammlungen des Museums in besonderer Weise korrespondiert. Der Jugendstil – so auch das Jugendstil-Zinn – war eine alle Bereiche umfassende Kunstrichtung. Hierzu gehörte auch die starke Aneignung tradierter Formgebungen aus dem ostasiatischen Raum. Koelreuteria (Blasenbaum) ist eine Gattung von Bäumen aus Ostasien, die heute den Vorplatz des Museums zieren und auf diese Verbindung hinweisen.
Bei der Betrachtung des Exponate, auf denen oft Pflanzen naturgetreu oder abstrahierend dargestellt sind, wird es dem Besucher möglich sein, eben jene Pflanzen mit einem Blick aus dem Fenster im Park wiederzuentdecken: so eine Ginkgo-Baumgruppe, Waldreben, Blauregen, Hortensien, Mondviolen, Vergissmeinnicht, Tränend Herz, Azaleen, Blauer Beinwell, Kastanien, Schneeball und Zwiebelgewächse.“ Angelika Riemann, Museumsleiterin
Der Platz vor dem Museum mit geschnittenen Kissen aus Rotbuchen, Bänken und Fahnen bildet einen Empfangsraum, der von Lampionbäumen umstanden ist. Die botanisch als Koelreuteria benannten Bäume stammen aus Ostasien. Aus der langen Tradition der Gartenarchitektur, botanische Exoten zu verwenden, ergibt sich ein besonderer ästhetischer Zugewinn. Lampionbäume blühen bis weit in den Spätsommer und die gelben Rispenblüten werden von rotem Laub und lampionartigen Fruchtkapseln im Herbst abgelöst. Gelber Frauenmantel, blauer Flieder und Hosta ergänzen im Frühjahr das Bild. Eine Referenz an die historischen Klinkerfassaden der historischen Altstadt sind die verwendeten Ziegel aus Basalt.
Hinter einem Eisentor liegt erhöht und direkt an der alten Burgmauer das neugefasste Belvedere, beschützt von zwei mächtigen Sommerlinden. Die erhöhte Lage ermöglicht nun einen weiten Blick in die Rheinauen und auf das alte Bett des Rheins. Eine Bank im Schatten der Bäume lädt zum meditativen Verweilen ein. Der Geschichte des Ortes sind der „Garten der Wehrhaftigkeit“ und die Bunkerterrasse gewidmet. Den geometrisch angelegten Garten prägen geschnittene Rotbuchenhecken, flankiert von vier Apfelbäumen (Jacob Fischer), eine alte Sorte aus der Zeit um 1903. Eine kleine Treppe führt auf die sonnige Bunkerterrasse hinab, belegt mit Platten aus Basaltlava aus der Eifel. Von hier aus hat der Besucher einen weiten Blick in den mit Wildkräutern bewachsenen Burggraben und auf das historische und das moderne Museumsgebäude aus Glas und Stahl.
Am Rand der großen Wiese wachsen entlang des tiefen Burggrabens im Schatten von Rosskastanie und Rotbuche sowie an sonnigen Plätzen vielerlei Pflanzen, wie Funkie, Waldrebe, Blauregen, Hortensien, Rhododendren, Mondviolen, Vergissmeinnicht, Tränend Herz, Azaleen, blauer Beinwell, Schneeball und Zwiebelgewächse. „Aus der intensiven Betrachtung, etwa einer Blüte eines Tränenden Herzens wird er (der Besucher) Erstaunen beziehen und sehen, welchen Formenreichtum der Park bereithält und sich versichern im gewöhnlich Gegebenen, das ganz außerordentlich ist.“ Bernhard Korte Den Charakter des hinteren Parks mit seinen großen Wiesen prägen alte und neu gepflanzte Bäume, wie Rot- und Blutbuche, Kaiserlinde, Robinien, Spitz- und Bergahorn, Esskastanie, Esche, Ginkgo und Vogelbeere. Umschlossen von wehrhaften Burgmauern laden hier Holzbänke an schattigen und an sonnigen Plätzen zum Verweilen ein. Krokus, Winterling und Schneeglöckchen sind Anfang des Jahres im Park die ersten Frühlingsboten.
Ein breiter Schotterweg aus Trockenrasen verbindet das Nordtor mit dem Südtor der mittelalterlichen Burganlage. Trittfeste und genügsame Pflanzen, wie z.B. Schafgabe, Sandkraut, Gänseblümchen, Labkraut, Gelbklee, Majoran, Felsennelke und Saatmohn haben hier ihren Lebensraum und gedeihen und blühen auch bei extremen Bodenverhältnissen und Temperaturen. Durch den wuchtigen Torturm, der noch auf seine Restaurierung wartet, gelangt der Besucher in den Archivhof, der durch die Anpflanzung zweier Blauglockenbäume (Paulownia tomentosa) betont wird. In der Pflasterung sind die Umrisse zweier alter Kirchen aus dem 11. und dem 13. Jahrhundert zu erkennen. Die gewachsenen pflanzlichen Strukturen auf der alten Burgmauer, z.B. Ochsenzunge, wurden erhalten. „Gärten sind Orte der Erholung und bieten ein Nachdenken über die Geschichte des Ortes, über seinen eigenen Standpunkt.“ Bernhard Korte
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