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Künstlergarten Ulrich RückriemLandschaft als erweiterte SkulpturZwei Sammlungen, die gegensätzlicher nicht sein können, bilden das Kulturzentrum Sinsteden des Rhein-Kreises Neuss. Es sind die Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem und das Landwirtschaftsmuseum mit einem fünf Hektar großen Außengelände. Die Anlage zeigt verschiedene Aspekte der Landschaftsgestaltung, die die Kunst ebenso mit einbeziehen, wie die Landwirtschaft. Hier zeigt sich die Verbindung beider Einrichtungen.
„Eine Arbeit kann ich in einen Ort stellen, den Standort betonen und sie als etwas ganz eigenes, selbstständiges ansehen, […]. Ich kann die Arbeit aber auch integrieren, die nähere oder weitere Umgebung mit einbeziehen, d.h. mit gestalten. Dem Ort kann ich einen neuen, zusätzlichen Inhalt geben und sogar die praktische Funktion verändern. Die eigene Arbeit kann aber auch ganz herausgelassen werden, die Veränderung des Ortes und der Umgebung steht im Mittelpunkt.“ schreibt Ulrich Rückriem für seine Arbeit in Münster 1997.
Vor der landwirtschaftlichen Halle wurde der dritte Bereich, die Streuobstwiese angelegt. Die Bäume wurden, nach dem Wunsch von Ulrich Rückriem, auf einem imaginären Gitternetzsystem, deren Linien orthogonal aufeinander treffen, gepflanzt. Analog der Installation der Stelen im Innenraum werden die Bäume so gesetzt, dass niemals zwei Bäume auf einer Quer- oder Längslinie stehen. Hier zeichnet sich parallel zu seinem bekannten skulpturalen Werk eine Entwicklung ab, in der die Skulptur stärker zurückgenommen und das Umfeld eine größere Bedeutung erhält, bis er in einigen Projekten, wie hier, die bildhauerische Tätigkeit schließlich ganz auf die Landschaftsgestaltung überträgt. Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Architektur und des Außengeländes, die der Rhein-Kreis Neuss Ulrich Rückriem geboten hat um seine Vorstellungen ohne größere Einschränkungen umzusetzen zu können, geben eine Begründung für die Wahl für Sinsteden. Fernab des Düsseldorfer und Kölner Kunstgeschehens und ohne weitere Künstler in unmittelbarer Nähe zu haben, konnte Rückriem die für ihn optimalen Ausstellungsräume bauen und Außenanlagen erstmalig selbst gestalten. Doch ist es nicht nur die optimale Präsentation seines Werkes, so wie er es sich schon lange zuvor vorgestellt und gewünscht hat, sondern auch ein Refugium für ihn selbst, indem er sich mit seiner Kunst auseinandersetzen und viele neue Skulpturen zum ersten Mal aufgebaut betrachten kann. Auch der Besucher, der Rückriem schon lange kennt, oder aber mit seiner Kunst zum ersten Mal konfrontiert wird, kann hier dem Kunstverständnis Rückriems wie nirgends sonst näherkommen. Kathrin Wappenschmidt
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