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Kurpark Bad HersfeldPark der JahreszeitenDer südwestlich des alten Stadtzentrums und dem Bezirk der Stiftskirche gelegene Kurpark entstand nach der 1904 erfolgten Erbohrung des nach dem Stadtgründer benannten „Lullusbrunnens“. Die zunächst recht kleine Grünanlage mit einem von Blumenrabatten und neugepflanzten Bäumen eingefassten Platz vor dem Kurhaus konnte schrittweise vergrößert werden und umfasst heute etwa sieben Hektar. Mit einem hölzernen Musikpavillon (1909), einer Erfrischungshalle und schließlich dem noch vorhandenen „Schwanenteich“ erhielt die Anlage charakteristische Ausstattungselemente eines Kurparks.
Bei den jüngsten Veränderungen 2006 wurde mit dem „Gartenband“ entlang des westlichen Randes des Kurparks ein vollkommen neues Element in das bis dahin eher traditionell wirkende Erscheinungsbild des Gartens eingebracht. Durch die Einbeziehung des vorhandenen Baumbestandes erfolgte dabei die Verknüpfung der jüngeren und älteren Parkteile. Die entlang der westlichen Seite des Gartens aneinandergereihten Themengärten von unterschiedlicher Größe werden durch niedrige Hecken locker voneinander abgesetzt, sind aber an vielen Stellen von verbindenden Wegen durchzogen. Ein in weichen Schwüngen geführter Hauptweg grenzt den Bezirk gegen die älteren baumbestandenen Wiesenflächen des mittleren Parkbereichs ab und ermöglicht den Zutritt in die einzelnen Kabinette. Deren thematische Vielfalt und ideenreiche Bepflanzung und Ausstattung bieten dem Besucher jahreszeitlich wechselnde Blumen und Farben, originelle Gestaltungen oder auch einfach Gelegenheit zum entspannenden Aufenthalt.
Der Beginn des „Gartenbandes“ ist mit dem filigranen Quellpavillon, in dem die beiden Heilwässer aus dem „Quellstein“ sprudeln, wirkungsvoll markiert. Der aus einem vollständig verglasten Holzgerüst bestehende Bau auf elliptischem Grundriss scheint über einem Wasserfeld zu schweben. Abends leuchtet er eindrucksvoll in den Hersfelder Stadtfarben Weiß und Blau, die auch in der Bepflanzung des Kurparks oft vorkommen. Wird im anschließenden Duftgarten naturgemäß der Geruchssinn besonders beansprucht, erweckt gleich darauf der Bambushain beim Besucher den Eindruck, sich im Urwald zu befinden. Nach Durchquerung der auf das Kurhaus ausgerichteten Achse mit den regelmäßig gepflanzten Kirschbäumchen, Stauden und Gräsern überraschen dann im „Kubusgarten“ die geometrisch beschnittenen Gehölze wie Hainbuche, Buchsbaum, Liguster oder Zierapfel, ergänzt um Bodendecker wie wintergrünes Blaugras oder Stachelnüsschen.
Nach einem Bereich, in dem eine Anzahl von Sorten der Hortensie versammelt ist, folgt, deutlich abgegrenzt und sehr regelmäßig angelegt, der „Glasgarten“. Hier bilden die das Sonnenlicht reflektierenden Glasbrocken und Basaltsteine, die in große längliche Drahtkörbe, die Gabionen, gefüllt sind, einen ungewöhnlichen und reizvollen Kontrast zu Säulenwacholder und Stauden. Einen ganz eigenen Charakter hat auch der daneben liegende „Garten der sprechenden Steine“, der zusammen mit dem hier aufgestellten älteren Denkmal Konrad Duden (1829 – 1911) gewidmet ist, der bis 1905 Direktor der Hersfelder Klosterschule war. Mit den abwechslungsreich bepflanzten Abschnitten von „Frühlingsband“, „Sommersonne“, „Herbstblatt“ und „Wintergarten“ wird im westlichen Gartenbereich das Motto des gesamten „Parks der Jahreszeiten“ direkt angesprochen.
Schon auf weitere Entfernung sichtbar ist die „Magische Quelle“, das Sinnbild der Heilquellen. Aus einem Becken in der Mitte von mehreren kreisförmigen Erdwellen steigt in regelmäßigen Zeitabständen ein Nebel empor und legt sich kurzzeitig über die Umgebung. Der wirkungsvolle Effekt, durch Zerstäubung von Wasser mittels hohem Druck erzeugt, fasziniert die Besucher und bildet einen abschließenden Höhepunkt des Kurparks. Eine ältere Parkanlage findet sich in der Umgebung der eindrucksvollen Ruine der Stiftskirche. Von dem verdienstvollen Retter derselben, dem kurfürstlich-hessischen Landbaumeister Leonhard Müller, wurde im Zusammenhang mit der Ausdehnung der städtischen Bebauung über die mittelalterlichen Grenzen ab 1836 vor der Stadtmauer ein Stadtpark angelegt. In zeittypischer Weise entstand ein im Geiste von Landschaftsgärten konzipiertes Gelände mit großen Grünflächen, die von Wegen mit ausgewählten Aussichtsplätzen eingefasst waren und mit lockeren Busch- und Baumgruppen bepflanzt wurden. Der neugeschaffene „Sammelteich“ erhielt scheinbar natürliche Uferlinien. Auch nach vielerlei Veränderungen und Modernisierungen ist die ursprüngliche Planung Müllers, an den eine Gedenktafel erinnert und nach dem der Garten benannt ist, noch nachvollziehbar. Text: Gerd Fenner
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